Physiotherapie
Ungefähr 90 % aller Katzen ab 12 Jahre und sogar 60 % der Katzen ab 6 Jahre leiden unter Arthrose. Und Arthrose ist noch lange nicht die einzige Erkrankung, bei der Physiotherapie eine Katze sinnvoll unterstützen kann.
Physiotherapie für Hunde ist inzwischen recht weit verbereitet, für die Katze spielt sie aber leider eine deutlich geringere Rolle. Ein Grund dafür liegt in den grundlegenden Unterschieden zwischen beiden Tierarten. Hunde sind in der Regel deutlich kooperativer in therapeutischen Situationen. Viele physiotherapeutische Übungen sind darauf ausgelegt, dass der Hund aktiv mitarbeitet z.B. durch gezielte Bewegungsabläufe, wiederholte Übungen oder das Halten bestimmter Positionen. Diese Form der aktiven Therapie lässt sich gut in den Alltag integrieren und gezielt steuern. Katzen hingegen sind deutlich eigenständiger und weniger darauf ausgelegt, Anweisungen über längere Zeit zu befolgen. Zudem zeigen sie Schmerzen und Bewegungseinschränkungen oft sehr subtil, wodurch Probleme häufig erst spät erkannt werden.
Dennoch kann Physiotherapie auch bei Katzen sinnvoll sein, insbesondere nach Operationen, bei orthopädischen Erkrankungen oder im höheren Alter. Sie muss jedoch individuell angepasst werden und erfordert ggf. Kreativität in der Umsetzung und sehr viel Einfühlungsvermögen den individuellen Bedürfnissen der Katze gegenüber.
Und genau hier möchte ich ansetzen. Jeder Katzenbesitzer, der davor zurückschreckt, seiner Katze eine physiotherapeutische Behandlung zukommen zu lassen, beispielsweise aus Sorge, dass sie nicht kooperiert, soll konkrete Hilfestellungen an die Hand bekommen. Denn auch wenn klassische Übungen nicht immer möglich sind, gibt es viele alltagstaugliche und katzengerechte Wege, um Bewegung, Wohlbefinden und Regeneration sinnvoll zu unterstützen. Ziel ist es, Stress zu vermeiden und stattdessen kleine, realistische Maßnahmen zu nutzen, die sich gut in den Alltag integrieren lassen und von der Katze akzeptiert werden.
Manchmal scheinen Hinternisse unüberwindbar. Dabei braucht es einfach nur Zeit und Geduld.
Yuuto fand zunächst alle Trainingsgeräte äußerst gruselig. Bevor wir überhaupt mit den Physiotherapieübungen beginnen konnten, musste ich ihm alle Geräte langsam und vorsichtig näher bringen.
Auf der Heizdecke liegen, war für ihn nicht selbstverständlich. Sich mit der Bürste massieren lassen, war einfacher aufzubauen als mit dem Händen. Über unbekannte Untergründe laufen, erforderte Mut und Vertrauen.
Sobald die ersten Schritte geschafft waren, ist irgendwas in diesem kleinen Kateropi passiert. Er hat nicht nur körperlich unglaublich profitiert, sondern auch psychisch hat seine Entwicklung gewaltige positive Schritte mit gebracht.









