Katzenernährung
Katzen sind Fleischfresser. Das bedeutet, dass ihre Ernährung in erster Linie aus tierischen Bestandteilen bestehen muss, da sie auf bestimmte Nährstoffe angewiesen sind, die ausschließlich in Fleisch enthalten sind bzw. die benötigen Nährstoffe nur aus tierischen Bestandteilen aufgenommen werden können, nicht aber aus pflanzlichen. Ein hoher Fleischanteil im Katzenfutter ist daher essenziell für eine artgerechte und gesunde Ernährung.
Darüber hinaus sind Katzen von Natur aus sogenannte „Häppchenfresser“. In freier Wildbahn nehmen sie über den Tag verteilt viele kleine Mahlzeiten zu sich – oft zwischen 6 und 18 Portionen täglich. Dieses natürliche Fressverhalten sollte auch im Alltag berücksichtigt werden, um den Stoffwechsel und das Wohlbefinden der Katze optimal zu unterstützen.
Nassfutter
Nassfutter ist für Katzen grundsätzlich zu bevorzugen, da es ihrem natürlichen Fressverhalten am ehesten entspricht. Durch den hohen Feuchtigkeitsgehalt nehmen Katzen einen Großteil ihres täglichen Wasserbedarfs bereits über die Nahrung auf, was insbesondere für die Nieren- und Harnwegsgesundheit von Vorteil ist.
Wichtig ist dabei, auf eine hochwertige Zusammensetzung zu achten. Ein hoher Anteil an tierischen Bestandteilen sollte im Vordergrund stehen, idealerweise mit einem großen Anteil an Muskelfleisch.
Ein entscheidender Hinweis auf die Qualität eines Nassfutters ist die sogenannte Deklaration. Man unterscheidet zwischen offener und geschlossener Deklaration: Bei einer offenen Deklaration werden die enthaltenen Zutaten genau aufgeschlüsselt, zum Beispiel „70 % Huhn (davon 50 % Muskelfleisch, 10 % Herz, 10 % Leber)“. Dies schafft Transparenz und ermöglicht eine bessere Beurteilung der Qualität. Eine geschlossene Deklaration hingegen fasst Zutaten eher ungenau zusammen, etwa als „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse“. Hier ist für den Verbraucher oft nicht ersichtlich, welche Bestandteile tatsächlich enthalten sind.
Gutes Nassfutter erkennt man daher vor allem an einer klaren, offenen Deklaration, einem hohen Fleischanteil und einer sinnvollen Zusammensetzung der tierischen Bestandteile. Muskelfleisch sollte den größten Anteil ausmachen, während Innereien zwar wichtig sind, aber nur in moderaten Mengen enthalten sein sollten. Auf unnötige Zusatzstoffe wie Zucker oder künstliche Aromen kann hingegen verzichtet werden.
Trockenfutter
Katzen stammen ursprünglich aus trockenen, wüstenähnlichen Regionen und haben daher ein nur schwach ausgeprägtes Durstgefühl. Ihren Flüssigkeitsbedarf decken sie überwiegend über die Nahrung. Bei der Fütterung von Trockenfutter ist dies jedoch nicht möglich, da es nur einen sehr geringen Wassergehalt aufweist. Deshalb ist es besonders wichtig, Katzen stets ausreichend frisches Wasser zur Verfügung zu stellen.
Ein weiterer Nachteil von Trockenfutter ist seine hohe Energiedichte. Bereits kleine Futtermengen liefern viele Kalorien, was das Risiko für Übergewicht im Vergleich zu Nassfutter deutlich erhöhen kann, insbesondere bei Wohnungskatzen mit geringerer Aktivität.
Trockenfutter ist in erster Linie praktisch für uns Menschen, als Hauptnahrung für Katzen ist es jedoch ungeeignet. Allerdings kann es sehr gut in Fummelbrettern, Futtersuchspielen und als Belohnung im Clickertraining/Markertraining verwendet werden.
BARF
BARF (Biologically Appropriate Raw Food) bezeichnet die Fütterung von rohem Fleisch (bei Kochbarf auch gekochtem Fleisch) und orientiert sich möglichst nah an der natürlichen Ernährung der Katze.
Es gibt verschiedene Ansätze innerhalb der BARF-Fütterung. Beim klassischen BARF wird rohes Fleisch mit individuell abgestimmten Supplementen ergänzt, um eine vollständige Nährstoffversorgung sicherzustellen. Beim Prey-Modell wird versucht, ein komplettes Beutetier nachzubilden, also Muskelfleisch, Knochen und Innereien in einem bestimmten Verhältnis zu füttern. Darüber hinaus gibt es BARF mit Fertigsupplementen, bei dem spezielle Komplettmischungen verwendet werden, um die Rationsgestaltung zu vereinfachen und Fehler zu vermeiden. Hier sind jedoch nur sehr wenige auf dem Markt befindliche Produkte bedenkenlos zu empfehlen und diese sind tatsächlich eher zum Einstieg und nicht zur dauerhaften Fütterung geeignet. Fertig-BARF-Produkte sind sehr kritisch zu betrachten, da sie in ihrer Zusammensetzung und Nährstoffqualität stark variieren und nicht immer bedarfsgerecht oder vollständig ausgewogen sind. Häufig ist unklar, wie präzise die Nährstoffversorgung tatsächlich abgedeckt wird, weshalb sie keine gleichwertige Alternative zu individuell berechnetem BARF darstellen.
Eine weitere Variante ist das Koch-BARF, bei dem die Zutaten schonend gegart werden. Dies kann insbesondere für empfindliche Katzen mit Verdauungsproblemen oder aus hygienischen Gründen eine sinnvolle Alternative sein. Zu bedenken ist allerdings, dass auch beim schonenden Kochen Nährstoffe verloren gehen.
Mit BARF übernehmen wir als Katzenhalter die volle Verantwortung für die Ernährung unserer Katzen, weshalb eine detaillierte und gründliche Einarbeitung in das Thema unerlässlich ist. BARF bietet uns jedoch die Möglichkeit die volle Kontrolle über die Inhaltsstoffe des Katzenfutters zu haben, was bei Futtermittelunverträglichkeit/-allergie manchmal die einzige Lösung ist.
Leckerlies
Leckerlies sollten grundsätzlich nur als Ergänzung zur täglichen Hauptfütterung betrachtet werden und keinesfalls einen relevanten Anteil der Gesamtration ausmachen. Auch hier gilt: Qualität ist entscheidend. Gute Leckerlies orientieren sich in ihrer Zusammensetzung an hochwertigem Katzenfutter und bestehen idealerweise aus einem hohen Anteil an tierischen Zutaten, ohne Zucker, Getreide oder unnötige Zusatzstoffe.
Die Menge sollte stets begrenzt bleiben. Als grobe Orientierung gilt, dass Leckerlies nicht mehr als etwa 10 % der täglichen Energiezufuhr ausmachen sollten. Zu viele Snacks können schnell zu Übergewicht führen und das ausgewogene Verhältnis der Hauptnahrung stören.
Checkliste
- Hoher Fleischanteil
- Keine unnötigen Zusätze
- Getreidefrei oder sehr reduziert
- Klare Deklaration
- Schonend verarbeitet
Rohes Fleisch als Leckerlie
Rohes Fleisch sollte nur selten und als absolute Ausnahme unsupplementiert an die Katzen verfüttert werden. Grund dafür ist, dass für Katzen sehr wichtige Verhältnis von Kalzium und Phosphor. Fleisch enthält von Natur aus viel Phosphor, während Kalzium nur in sehr geringen Mengen vorhanden ist. Wird dies nicht ausgeglichen, kann es langfristig zu einem unausgewogenen Mineralstoffverhältnis kommen. Gerade bei selbstgemachten Leckerlies oder Fütterung puren rohen Fleisches wird dieser Aspekt oft unterschätzt. Auch hier sollte darauf geachtet werden, dass Fleisch nicht in übermäßigen Mengen und idealerweise im Rahmen einer insgesamt ausgewogenen Ernährung eingesetzt wird.
